Kann ich mich gesetzlich UND privat versichern?

Die deutsche Krankenvorsorge ist dual strukturiert: Neben der gesetzlichen „Kasse“ kann jede/r freiwillig in die private Krankenversicherung wechseln – und profitiert dann oft von besseren Leistungen, flexibler Terminvergabe etc. Doch auch gesetzlich Versicherte können die Vorteile nutzen, und zwar ohne Wechsel!

Der Beitritt in eine private Krankenversicherung ist grundsätzlich mit einer Hürde verbunden, die viele abschreckt: die Versicherungspflichtgrenze. Sie definiert das Mindesteinkommen, mit dem ein Wechsel in eine private Krankenkasse möglich ist. Die Pflichtgrenze liegt 2020 bei einem Monats-Brutto von 5.212,50 € bzw. einem Jahresbruttoeinkommen von 62.500 €. Ausnahmen gelten für Selbstständige, Beamte und Beihilfeberechtigte, zum Beispiel Soldaten oder Richter.

Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen oder Personen, die aus anderen Gründen in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben möchten, können die Vorteile einer privaten Krankenversicherung dennoch nutzen: Die ambulante Zusatzversicherung ist eine neue Versicherungspolice, die Versicherten ein jährliches „Zusatz-Budget“ zwischen 500 und 2.000 € für medizinische Leistungen gewährt.

Versicherte können im Rahmen des Jahresbudgets als Privatversicherte auftreten, schneller Termine vereinbaren und analog zu regulär Privatversicherten Leistungen in Anspruch nehmen, die gesetzliche Krankenkassen nicht übernehmen: Zuzahlungen bei Arzneimitteln, ergänzende Vorsorgen, nicht verpflichtende Impfungen oder Naturheilverfahren wie Akupunktur oder Osteopathie etwa.

Gerne berate ich Sie zur individuellen gesundheitlichen Absicherung!